Bericht in der NÖN über die Notfunkübung am 1.Mai 2021

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Österreichische Funkamateure übten bundesweit am 1. Mai

Die österreichischen Funkamateure nutzten den 1.Mai zur groß angelegten Notfunkübung „HOT Austria“. Das Übungsszenario ging von einem flächendeckenden Stromausfall in Österreich aus. Dieses Blackout mit völligem Ausfall der Kommunikation, bedingt durch eine langandauernde Hitzewelle, bildete das Szenario für die bundesweite Übung.

Von Joachim BrandErstellt am 03. Mai 2021 (15:49)
 

Bei der österreichweiten Notfunkübung „ HOT Austria“ waren möglichst viele Funkverbindungen auf dem 40m oder 80m Band herzustellen. Dabei ging es um den übungsweisen Austausch der vor Ort gemessenen Außentemperaturen.

Funkamateure sind private, lizensierte Besitzer einer Amateurfunkanlage. Sie sollten nicht mit CB Funkern verwechselt werden.

Fritz Jagsch, langjähriger Funkamateur aus Zwettl beklagt eine gewisse Unwissenheit innerhalb der Bevölkerung über die Aufgaben des Amateurfunks: „Natürlich ist es ein Hobby. Es ist allerdings sehr aufwendig und mit viel Sachverstand verbunden. Es bedarf einer umfangreichen Schulung mit abschließender kommissioneller Prüfung bei der Fernmeldebehörde in Wien.“

Erheblicher Einsatz an Material und Geräten

Und er ergänzt, dass damit ein nicht unbeträchtlicher Einsatz von Material und Gerät verbunden sei. Neben Funkgeräten, Antennentunern zum Anpassen und einer Großantenne benötige man entsprechende Räumlichkeiten und Zusatzmaterial.

Von den sechs Amateurfunkstationen in der Stadtgemeinde Zwettl nahmen zwei Amateurfunker an der Übung teil. Malermeister Gerald Weber und seine Frau Carina saßen abwechselnd den ganzen Tag an ihren Funkgeräten in Niederneustift bei Rosenau.

Beginnend mit einer Ruf-Übung der Funkamateure ab 07.00 Uhr galt es, möglichst viele Funkverbindungen auf bestimmten Frequenzbändern herzustellen. Nach dieser Aufwärmrunde erfolgte die österreichweite Übung „Hot Austria.“

Kommunikationsnetz aufgebaut

Gemeinsam mit dem Bundesheer, dem Roten Kreuz, den Johannitern, dem ORF und der A1 Telekom Austria baute man mittels Kurzwelle ein österreichweites Kommunikationsnetz auf. „ Unser Ziel ist es, sämtliche Bezirke Österreichs zu erreichen. Dabei werden Kurznachrichten übermittelt. Diese werden von stromautarken Stationen aufgenommen und weitergeleitet“ so der Notfunkreferent des Österreichischen Versuchssenderverbandes Herbert Koblmiller.

In Niederneustift wurde zu diesem Zweck kurzfristig die Feuerwehr Rosenau angefordert. „Im Falle eines allgemeinen Stromausfalles habe ich noch kein Notstromaggregat für meine Geräte. Um das Übungsszenario realer darstellen zu können, habe ich vorübergehend um das Notstromaggregat der Feuerwehr gebeten“, schildert Gerald Weber, der demnächst in ein eigenes Notstromaggregat Investieren will.

Funker als „strategische Reserve“

„Wir sind die strategische Kommunikationsreserve bei einem Gesamtstromausfall. Da geht kein Handy, kein Internet, kein gar nichts. Wir die Amateurfunker sind die Letzten, welche Nachrichten und Botschaften weitergeben können“ sagte Martin Fichtinger aus Zwettl, der abends oft den Funk im Äther mithört. „Wir bezahlen alles aus eigener Tasche und erhalten keine öffentliche Unterstützung“.

Zu einer krisensicheren Kommunikation gehört neben dem Bundesheer auch der ORF. Die gesammelten Übungsdaten wurden während der Übung vom Amateurfunkclub des ORF ausgewertet und auf der TELETEXT Seite 887 dargestellt. Im Falle eines Blackouts sollte es so möglich sein, Informationen der Funkamateure ohne Verwendung des Internet zu veröffentlichen.

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