Teilnahme an der EmCom2018

Am Samstag den 10.November 2018 fand zum zweiten mal die EmCom statt. Der Veranstaltungsort war das Schloß Gloggnitz an der Grenze zur Steiermark.

Da uns das Thema Not- und Katastrophenfunk sowie Kriesenvorsorge sehr interessiert und am Herzen liegt, beschlossen wir, das sind Karl OE3KNU, Julia OE3YJM und Andi OE3APM, daran teilzunehmen!

Die fahrt nach Gloggnitz verlief problemlos und als wir nach 2,5 Stunden fahrt im Nebel  ankamen, wurden wir mit blauen Himmel und Sonnenschein belohnt!

Nach einer Einleitung und Begrüßung folgten die einzelnen Vorträge, unterbrochen von Kaffeepausen und dem Mittagessen. Wir haben sehr viel neues erfahren und dazugelernt und es entwickelten sich äußerst interessante Diskussionen!

Gegen Ende der Veranstaltung viel es einem dann doch schon richtig schwer sich alles zu merken, da der Input schon so groß war. Aber es hat sich definitiv gelohnt dabei gewesen zu sein! Wir haben nette Leute kennen gelernt und vertraute Gesichter wie Alex OE5AGP und Jürgen OE5NIP wieder gesehen.

Mein persönliches Highlight war es Mag. Thomas Krennert von der ZAMG kennen gelernt zu haben. Sein Vortrag hat mir sehr gut gefallen und ich möchte nächstes Jahr eine Fortbildung zum „Trustet Spotter“ für die ZAMG machen. 

Nach einer langen Fahrt im dichtesten Nebel des Waldviertels, ging auch dieser anstrengende, aber sehr schöne Tag zu Ende.

Wir möchten uns hier nochmals bei den Veranstaltern und den Vortragenden vielmals bedanken und freuen uns schon auf das nächste mal!!!

vy 73 de Andi OE3APM 

 



 
Was ist die EmCom:

Die unterschiedlichen Betriebsverfahren und Systeme zur Funkkommunikation stellen eine Hürde in der Zusammenarbeit der verschiedenen Einsatzkräfte bzw. Organisationen – insbesondere in Krisensituationen – dar.

EMCOM.at ist ein Forum für die Krisenkommunikation und soll die Zusammenarbeit der Funker vor einer Krise aktivieren bzw. verbessern, mit dem Ziel während einer Krise das gegenseitige gleiche Verständnis von Funkkommunikation zu haben.

Die fachübergreifende Zusammenarbeit der Funker bei Behörden und Einsatzorganisationen, bei Infrastrukturunternehmen und Medienorganisationen und in der Bevölkerung dient der Resilienz Österreichs.

Der gegenseitige Wissensaustausch soll den sich rasch verändernden Gegebenheiten und Entwicklungen  – insbesondere die Kommunikation mit der Bevölkerung mittels social media – Rechnung tragen.

 

Ein paar Gedanken:

 

Wir sind die letzte Generation, die sich noch an ein Leben ohne digitalisierung erinnern kann und wir sind die letzte Generation die noch in einer analogen Welt gelebt hat!

***

„Es wird sehr schwierig sein, die Kontrolle zu bewahren!“
Österreich ist auf einen Blackout, also einen Flächendeckenden Stromausfall nur ungenügend vorbereitet. Die Folgen wären verheerend…

***

Ein Blackout kann schlimmere Auswirkungen haben als ein Krieg.
Die Frage ist nicht ob, sondern wann es zu einem Blackout kommt.

***

Expect the best, but prepare for the worst!!!

 


 

Die Fachvorträge:

Hier die Berichte zu den einzelnen Fachvorträgen. Alles, was uns gezeigt und erzählt wurde, werde ich allerdings aus diversen Gründen, die Ihr Euch sicher denken könnt, hier nicht veröffentlichen!

 

Krisen- und Katastrophenkommunikation des ORF

Ing. Norbert Welzl OE1NWA vom ORF informierte uns über dieses Thema.

Dabei ging es unter anderem darum, wie, wann und wodurch der ORF die Bevölkerung bei Krisen bzw. Katastrophen warnt. Ob durch Laufschriften im läufenden Fernsehprogramm oder zur Abschaltung von diesem für eine Eilmeldung. Auch wurden mobile und stationäre Übertragungswagen bzw. Studios vorgestellt.

Das interessanteste dabei war, das UKW-FM, also das so genannte „veraltete“ Radio, das wichtigste Kommunikationsmittel zur Information der Bevölkerung in Krisensituationen ist!!! Es hat eine Netzabdeckung in Österreich von 98% und könnte sogar mit jedem Mobiltelefon empfangen werden, wenn nicht die Mikrochips dafür (aus Profitgier) deaktiviert wären…

Das trügerische im Falle eines Blackouts – die Mobilfunknetze fallen bereits nach 30-60min aus!!!

Außerdem könnte auch über den KW-Sender in Moosbrunn gesendet werden!

Der ORF betreibt 23 Notstrom versorgte Sendeanlagen, die je nach Treibstoffstand bis zu 72 Stunden laufen.

Des weiteren hat der ORF auch eine Amateurfunk Clubstation mit dem Callsign OE1XRW.

 

Das Fernmeldesystem des Österreichischen Bundesheeres

Vortragender dieses interessanten Themas war Oberst Ing. Horst Treiblmaier.

Dabei ging es um die Kommunikation innerhalb des ÖBH. Ob mit Glasfaser vernetzt oder über Funk. Auch darum, das es immer wieder am lieben Geld hapert, damit vernünftiges Equipment besorgt werden kann…

Fakt ist aber das unser Heer im Bereich Fernmelde führend ist!!!
Unsere Unteroffiziere sind so gut ausgebildet, das sie 110% aus ihren Geräten heraus holen indem sie diese umbauen und verbessern!

Auch wurden die aktuell verwendeten Gerätschaften, deren Einsatzgebiet und Anwendung vorgestellt.

Unser Bundesheer kann in einem Krisenfall/Blackout die Kommunikation für 3 Monate aufrecht erhalten!!!

Für uns Funkamateure sehr interessant war die Schilderung über die Notfunkübung in der Pause des 1. Mai Contest 2018.
Dabei lobte Oberst Treiblmaier uns Funkamateure in den höchsten Tönen!!! Wir sind sehr vorbildich und haben eine extrem hohe Funkdisziplin. Das geforderte wurde 1:1 umgesetzt, so wie es verlangt wurde! So etwas würde er sich von manch seiner Untergebenen nur wünschen HI

 

Krisenkommunikation in Bayern BOS- und subsidiäre Funkdienste der HiOrg

Dr. Rüttger Clasen DL8MEZ , ist zum Einen verantwortlicher Kreisarzt und zum Anderen Ausbildungsleiter für IuK beim Bayerische Roten Kreuz (BRK) und in beiden Funktionen ehrenamtlicher Mitarbeiter. Außerdem ist er begeisterter Funkamateur und schilderte uns ausführlich über die Abläufe.

Beim BRK sind die einzelnen Einsatzbereiche wieder anders aufgebaut  als bei uns.

Er erklärte ausführlich den BOS-Funk, welche Einsatzorganisationen ihn verwenden und worauf es dabei ankommt. Dabei gibt es eigene Richtlinien und es dürfen nur zugelassene Geräte verwendet werden!

Was ich ebenfalls nicht wusste, das es in DL keine Sirenen mehr gibt…

Aktuell ist TETRA25 Digital der flächendeckende Standard und es wird im Sternverteiler gefunkt.

Das Technische Hilfswerk und das Bayrische Rote Kreuz unterhalten außerdem ein eigenes KW HF-Netz.

Geldprobleme gibt es nicht nur bei uns in OE. So wurden 2006 bestellte BOS Geräte erst 2016 ausgeliefert und das wie bestellt mit der Technik von 2006…

Da über BOS keine Daten/Bilder etc. versendet werden können, möchte man zukünftig auf die Ausbildung zum Funkamateur in der Einsteigerklasse setzen. Somit kann man Bilder Daten usw. über Hamnet etc. versenden. Dabei wird die Winlink2000 Infrastuktur bevorzugt. Es ist so möglich die bestehende 2m Infrastruktur zu nutzen oder über HF zu senden.
Allerdings wird das nur für  Daten genutzt, die nicht kritisch sind!!!

 

Die Rolle der ZAMG im staatlichen Krisen- und Katastrophen Management

Über dieses Thema referierte Mag. Thomas Krennert von der ZAMG.

Thomas erklärte uns in seinem Vortrag die Wetterwarnungen, die von der ZAMG ausgegeben werden. Wie diese zustande kommen und worauf es dabei ankommt.

Auch wurde über die einzelnen Warnstufen und deren Bedeutung bei verschiedensten Naturereignissen gesprochen.

Die ZAMG hat ja nicht nur ihre Rolle in der Wettervorhersage, Analyse und Forschung, sondern ist auch dafür zuständig, das bei wetterbedingten Anfragen, bei Großveranstaltungen niemand zu Schaden kommt!

Weiters wurde das Netzwerk an geeichten Wetterstationen in Österreich vorgestellt und auch ein kleiner Blick in die Zukunft der Wetterwarnung gemacht.

Dabei möchte die ZAMG vermehrt auf uns Menschen setzen die in Apps oder auf Webseiten Wettermeldungen abgeben. Auch soll das Trusted Spotter Netzwerk ausgebaut werden. Bei diesem Ausbildungsprogramm werden Wetter Enthusiasten gezielt geschult und sie sind dann „vertrauenswürde“ Wetterbeobachter.

Aktuell gibt es ja schon vom Verein Skywarn, der in Kooperation mit dem ÖVSV und der ZAMG arbeitet, die AmateurRadioSpotter und die TrustedSpotter.

 

Iridium Certus

Msc Christopher Leder informierte uns über das Thema Satellitenfunk.

Zuerst wurden wir darüber informiert das ein BlackOut  nicht nur Fiktion sonder bittere Realität sein kann. 

Eine Kommunikationsmöglichkeit für solch ein Szenario ist der Satellitenfunk von Iridium. Dabei handelt es sich nicht um geostationäre sondern um LEO (Low Earth Orbit) Satelliten.

Dieses System eignet sich auch hervorragend für Österreich.

Weiters wurden uns auch einige Geräte vorgestellt. Vorteil dieser Geräte, sie sind alle abwärts kompatibel. Es funktionieren also auch ältere Geräte mit den neuen Satelliten! Außerdem lassen sie sich einfach über Solarpanele etc. aufladen und sind so immer wieder schnell einsatzbereit!

Der Preis solcher Geräte ist allerdings nichts für schwache Nerven…

 

Katastrophenschutzübung Blitzeis 2018

Rainer OE3RGB vom Amateurfunkclub Heidenreichstein berichtete über die Katastrophenschutzübung, die zwischen 22. und 25. Oktober 2018 im Raum Gmünd stattgefunden hat.

Mehr dazu auf der Homepage des AFCH

 

The Way to 5G

Dipl.-Ing. Herbert Koblmiller informierte uns multimedial mit einigen Videos über die Zukunft der mobilen Datenkommunikation. Der Vortrag war zwar interessant, für meinen Geschmack aber etwas zu futuristisch angehaucht…

Fakt ist, das nächstes Jahr die Versteigerung  der Frequenzen stattfinden wird. Ab 2020 sollen die ersten Sender in betrieb gehen und das Netz ausgebaut werden.
Bei 5G sollen mehrere kleinere Sendeantennen verbaut werden und es verspricht höhere Datenraten, die benutzerspezifisch aufgeteilt werden können (tracking!!!). Notwendig für Autonomes fahren, Robotik, Industrie und die wachsende Multimedia Gesellschaft.

 

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AndiWolf, OE7FTJ Recent comment authors
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Wolf, OE7FTJ
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Wolf, OE7FTJ

Hallo Andi!

Eine kleine Korrektur zum Vortrag von Dr. Rüttger Clasen, DL8MEZ:
Rüttger ist zum Einen verantwortlicher Kreisarzt und zum Anderen Ausbildungsleiter für IuK beim Bayerische Roten Kreuz (BRK) und in beiden Funktionen ehrenamtlicher Mitarbeiter. Vom THW-Sonderfunknetz Bayern hat er nur vertretungsweise berichtet, weil kein THW-Vertreter anwesend war.
Das ÖRK hat genauso unterschiedliche Einsatzgruppen – nur heissen sie anders als beim DRK/BRK, weil eben die KAT-Strukturen anders aufgebaut sind als bei uns im ÖRK. Die Aufgaben sind aber die selben.
BTW: Im Rotkreuz-Kontext von ‚Waffengattungen‘ zu schreiben ist ein NoGo.

Lg. von einem ÖRK/IFRC’ler
Wolf, OE7FTJ